IrfanView

Irfan View ist ein relativ einfaches kostenloses Grafikprogramm, welches zwar nur (verhältnismäßig) rudimentäre Möglichkeiten zur Bildbearbeitung enthält, dafür aber sehr schnell ist und eine Vielzahl unterschiedlicher Grafikformate öffnen und konvertieren kann.

Übersicht verschiedener Downloadmöglichkeiten auf der
Seite des Herstellers

Achtung: Bei der Installation von IrfanView kann die Google Toolbar mitinstalliert werden - wer das nicht möchte, muss während des Setups einen Hacken vor "Install the free Google Toolbar along with IrfanView" entfernen

Beim ersten Starten ist standartmäßig als Sprache Englisch eingestellt. Um die Sprache zu Deutsch zu ändern, musst du den Menüpunkt Options -> Change language... auswählen, im darauf erscheinenden Dialogfenster den Eintrag DEUTSCH.DLL markieren und mit OK bestätigen.


Stärken und Schwächen

IrfanView ist im Vergleich zu Paint.NET oder GIMP ein relativ einfaches und kompaktes Grafikprogramm, ist dafür aber auch deutlich schneller (sowohl in der Installation als auch in der Verwendung). Die Möglichkeiten zur Bildbearbeitung sind vergleichbar mit denen in Microsoft Paint, die besondere Stärke von IrfanView liegt aber darin, dass es Bilder in verschiedensten Grafikformaten öffnen, konvertieren und speichern kann, und in der vielfältig einsetzbaren Screenshot-Funktion.


Bildbearbeitung

Um die Bildbearbeitungsfunktionen von IrfanView benutzen zu können, musst du zunächst über Bearbeiten → Zeichen-Dialog anzeigen (F12) den Zeichen-Dialog öffnen:

Zeichen-Dialog

Allgemeine Einstellungen

Im Unteren Bereich des Dialogs kannst du verschiedene allgemeine Einstellungen für die Werkzeuge treffen: Die Breite (Width (px)) für Werkzeuge wie Pinsel, Radierer oder die Zeichenwerkzeuge, die Toleranz (Tolerance:) für den Farbtauscher und das Füllwerkzeug sowie primäre (linke Maustaste) und sekundäre Farbe (rechte Maustaste). Im Dialogfenster erscheint die primäre Farbe rechts unten, die sekundäre etwas nach rechts oben verschoben. Außerdem kannst du über die Optionsbox Fill wählen, ob für die Geometrischen Formen der Füllmodus verwendet wird oder nicht - das heißt ob diese Formen nur aus den Rahmenlinien bestehen oder ausgefüllt sind.

Zeiger Werkzeug: Zeiger (Arrow)

Mit Hilfe dieses Auswahlwerkzeugs lassen sich rechteckige Bereiche des Bildes auswählen. Ist eine Auswahl aktiv, so wirken andere Werkzeuge sowie die meisten der Effekte nur auf den ausgewählten Bereich. Klickst du mit der linken Maustaste in einen ausgewählten Bereich, wird dieser Bereich auf die volle Fenstergröße vergrößert, klickst du mit der rechten Maustaste hinein, kannst du die Auswahl verschieben. Um die Auswahl aufzuheben klickst du mit der rechten Maustaste irgendwo in einen nicht-ausgewählten Bereich.

Pinsel Werkzeug: Pinsel (Paintbrush)

Der Pinsel dient dazu Farbe auf die Bildfläche aufzutragen (wer hätte es gedacht? ;-) - mit der linken Maustaste wird die Primär, mit der rechten Maustaste die Sekundärfarbe angewandt.

Radierer Werkzeug: Radierer (Eraser)

Da IrfanView keine Transparenz unterstützt, funktioniert der Radierer im Grunde ähnlich wie der Pinsel: Er "übermalt" den radierten Bereich durch die Sekundär- (linke Maustaste) oder Hintergrundfarbe (rechte Maustaste).

Klonen Werkzeug: Klonen (Clone)

Das Klon-Werkzeug dient dazu bestimmte Bereiche eines Bildes an eine andere Stelle zu übertragen. Dazu wählst du zuerst mit der rechten Maustaste den "Quellbereich" aus und kannst dann mit der linken Maustaste wie mit dem Farbpinsel malen, nur dass hier nicht eine bestimmte Farbe, sondern das Muster aus dem "Quellbereich" aufgetragen wird.

Farbtauscher Werkzeug: Farbtauscher (Color replacer)

Dieses Werkzeug dient dazu Farben auf einem Bild auszutauschen. Wenn du mit dem Werkzeug über das Bild malst, werden alle Flächen, die die gleiche Farbe wie die momentan gewählte Sekundärfarbe haben, in der Primärfarbe umgefärbt - verwendest du dabei die rechte Maustaste, ist es umgekehrt.

Text Werkzeug: Text (Text tool)

Hiermit kannst du einen Text auf das Bild einfügen. Nachdem du an die gewünschte Stelle im Bild geklickt hast, öffnet sich ein Dialogfenster, in dem du den Text einfügen und formatieren kannst.
Achtung! Nach dem Bestätigen durch OK klässt sich der Text nicht mehr ändern oder verschieben - daher solltest du zuvor mit Hilfe des Vorschau-Buttons (Hold to preview) testen, ob der Text so richtig ist.

Geometrische Formen Werkzeug: Linie (Line) | Werkzeug: Pfeil (Arrwo line) | Werkzeug: Ellipse (Ellipse) | Werkzeug: Rechteck (Rectangle)

Mit diesen Werkzeugen kannst du Linien, Pfeil, Ellipsen bzw. Kreise und Rechteck bzw. Quadrate erstellen. Beim Pfeil-Werkzeug kannst du durch einen Rechtsklick auf das Werkzeug im Zeichnen-Dialog weitere Einstellungen (v.a. zum Aussehen der Pfeilspitze(n)) vornehmen, mit dem Ellipsen- (Rechteck-)Werkzeug kannst du auch einen Kreis (ein Quadrat) zeichnen, wenn du dabei die Umschalt-Taste gedrückt hältst.

Füllwerkzeug Werkzeug: Farbeimer (Floodfill)

Der Farbeimer dient dazu größere Flächen mit einer einheitlichen Farbe zu füllen. Dabei wird die ganze zusammenhängende Fläche einer Farbe einheitlich in der Primär- (linke Maustaste) oder Sekundärfarbe (rechte Maustaste) eingefärbt.

Pipette Werkzeug: Pipette (Picker)

Mit der Pipette kannst du die Farbe von einer bestimmten Stelle des Bildes aufnehmen um sie an anderer Stelle weiter zu verwenden. Klickst du hierbei mit der linken Maustaste, wird die Farbe zur Primärfarbe, mit der rechten Maustaste wird sie zur Sekundärfarbe.

Rotieren Werkzeug: Rotieren (Straighten/Rotate Image Tool)

Dieses Werkzeug ist ein - etwas gewöhnungsbedürftiges - Rotationstool. Ist dieses Tool aktiv, so kannst du eine Linie auf das Bild zeichnen, woraufhin das Bild so gedreht wird, dass diese Linie entweder senkrecht oder waagrecht steht.
Etwas einfacher (und auch genauer) ist die Drehung über Bild → Links drehen (L), Bild → Rechts drehen (R) und Bild → Fein-Rotation (Strg+U)

Maßband Werkzeug: Maßband (Measure tool)

Ziehe eine Linie innerhalb des Bildes und IrfanView sagt dir wie lang diese ist.

Erweiterte Werkzeugeinstellungen Werkzeug-Einstellungen (Exhaustive context help)

Hier kannst du weitere detaillierte Einstellungen für den Pinsel und die Geometrischen Werkzeuge vornehmen.

Ausführliche Tooltipps Ausführliche Tooltipps (Pen and brush settings)

Und über diesen Button kannst du die ausführlichen Tooltipps (die Texte, die erscheinen, wenn du längere Zeit mit der Maus über einem bestimmten Werkzeug bleibst) an- und ausschalten.

Bildeffekte

Zusätzlich zu den oben beschriebenen einfachen Bildbearbeitungswerkzeugen, gibt es in IrfaView noch eine Reihe von Bild-/Fotoeffekten, wie bspw. Negativ erstellen,Schärfen oder Sepia. Zu finden sind diese Effekte unter dem menüpunkt Bild und unter Bild → Effekte


Die Batch-Konvertierung/Umbenennung

Batch/Stapel-Konvertierung von IrfanView

Eine besonders praktische Funktion von IrfanView ist die Möglichkeit eine große Zahl von Bildern auf einmal zu konvertieren, umzubenennen und sogar in gewissem Maße zu bearbeiten. Zu finden ist diese Funktion unter Datei -> Batch-Konvertierung/Umbenennung (B).

Auf der rechten Seite des dazugehörigen Dialogfensters kannst du die zu konvertierenden Bilder auswählen und entweder per Drag&Drop oder den Button Hinzufügen zur Liste rechts unten in diesem Fenster hinzufügen. Mehrere Bilder auf einmal kannst mit gedrückter Strg-Taste auswählen. Die Reihenfolge der Bilder in dieser Liste kannst du entweder von Hand mittels Rauf und Runter ändern oder automatisch nach bestimmten Kriterien wie Dateigröße oder -name über Sortieren.

Auf der linken Seite kannst du ganz oben einstellen, was mit den Bildern gemacht werden soll: Nur Konvertieren, nur umbenennen oder konvertieren und umbenennen.
Im Feld darunter kannst du das gewünschte Dateiformat wählen (hier findest du eine Übersicht der wichtigsten Grafikformate). Außerdem kannst du, wenn du den Hacken bei Spezial-Optionen aktiv setzt, über Setzen ein Dialogfeld aufrufen, in dem du die Möglichkeit hast die Bilder auf verschiedene Weise bearbeiten zu lassen. Unter anderem können die Bilder die Bilder zugeschnitten werden (Freistellen), gestaucht oder gestreckt (Größe ändern), gespiegelt und gedreht werden (mittlere Spalte) sowie mit Hilfe verschiedener Bildeffekte (rechte Spalte) verbessert werden.
Das nächste Feld dient dazu die Bilder automatisch umbenennen zu lassen. Dazu kannst du über einen Klick auf Optionen ein weiteres Dialogfenster, in dem du ein eigenes Muster für die Umbenennung erstellen kannst. Dabei kannst du ganz oben den gewünschten Dateinamen für alle Dateien eingeben. Hierbei kannst du # einsetzen, damit an dieser Stelle bei jedem Bild eine nächst höhere Zahl stehen wird, und $N als Platzhalter für den ursprünglichen Dateinamen verwenden. Für die Zahl kannst du zudem den Startwert festlegen und einstellen um wie viel die Zahl von einem Bild zum nächsten erhöht wird (stehen beide auf 1, so werden die Bilder nach dem Muster: Bild1, Bild2, Bild3, ... benannt). Im ursprünglichen Dateinamen kannst du, wenn dieser auch im neuen Dateinamen vorkommt, außerdem bestimmte Textstücke durch andere, selbst festgelegte Textstücke ersetzen lassen (sodass z.B. Sprite1, Sprite2, Sprite3, ... zu Pokemon1, Pokemon2, Pokemon3, ... wird).
Im dritten Feld kannst du noch das Zielverzeichnis auswählen, in das die konvertierten/umbenannten/bearbeiteten Bilder gespeichert werden.
Um den Vorgang zu starten klickst du schließlich links unten auf den Button Starten.


Screenshots

Eine weitere praktische Funktion von IrfanView ist die Screenshot-Funktion, die es dir ermöglicht mehrere Screenshots am Stück zu machen, ohne nach jedem Screenshot in ein Grafikprogramm wechseln zu müssen (wie das beim Herstellen der Screenshots mit Hilfe der windowseigenen Screenshot-Funktion mittels der Druck-Taste der Fall ist). Das ist sehr praktisch, wenn du zum Beispiel mehrere Screenshots aus einem Spiel machen willst.

Aufrufen kannst du diese Funktion über Optionen → Fotografieren... (C). Im sich daraufhin öffnenden Dialogfenster kannst du noch einige Einstellungen tätigen: Welcher Bereich fotografiert werden soll und ob mit oder ohne Mauszeiger, welche Tastenkombination den Screenshot auslösen soll (hierzu einfach in das Feld hinter Tastatur-Kürzel klicken und dann - gleichzeitig! - die Kombination der gewünschten Tasten drücken) und was mit dem erstellten Screenshot geschehen soll (empfehlenswert ist den Screenshot mit Hilfe der zweiten Option automatisch abspeichern zu lassen). Dann klickst du auf starten, IrfanView minimiert sich und du kannst ab sofort mit der eingestellten Tastenkombination Screenshots erstellen, die automatisch am gewünschten Speicherort gespeichert werden.

An diesem Inhalt haben Rumo, Macki und The Libertine mitgearbeitet.


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