Banner erstellen mit Gimp

Banner erstellen zu können kann nützlich sein. Banner kann man an vielen Stellen verwenden, zum Beispiel in Tauschbasaren, oder in einigen Foren auch in Signaturen. Und natürlich macht es auch Spaß. Als kleines Beispiel ein Banner für diese Anleitung:

Pokefans.net Banner Guide

Dieser Guide soll Anfängern dabei helfen, einen Einstieg in das Erstellen von Bannern zu finden, aber auch Fortgeschrittene können hier noch ein paar nützliche Techniken und Tipps finden. Allerdings gibt es zahlreiche Möglichkeiten in Gimp und anderen Grafikprogrammen, so dass es fast unmöglich wäre, sie alle aufzuzählen. Experimentieren lohnt sich also auf jeden Fall.

1. Download

Um Banner erstellen zu können, braucht ihr ein Grafikprogramm. Da dieser Guide sich auf das Programm Gimp bezieht, solltet ihr euch dieses herunterladen, falls ihr es noch nicht habt. Die neueste Version, Gimp 2.6., findet ihr beispielsweise hier. Der Download ist kostenlos und legal.

2. Erklärungen

2.1. Ebenen

Ebenen sind verschiedene Schichten in eurem Bild, die ihr einzeln verändern könnt. Ihr könnt sie euch wie einen Stapel Folien vorstellen, die übereinander liegend euer Bild ergeben.

2.1. Brushes

Brushes sind Dateien, die die Form einiger Werkzeuge (z.B. Pinselwerkzeug) bestimmen. Falls euch die Standardbrushes von Gimp nicht ausreichen, könnt ihr euch beispielsweise hier weitere herunterladen.

2.2. C4Ds

C4Ds sind Bilder, die mit dem Programm Cinema 4D erstellt wurden, und auf Bannern interessante Effekte hinzufügen können (besonders wenn ihr bei der Ebene mit dem C4D im Ebenendialog (siehe unten) den Ebenenmodus ändert). C4Ds findet ihr zum Beispiel hier und hier ((kostenlose) Anmeldung notwendig).

2.3. Render

Render sind Bilder mit transparentem Hintergrund, die meistens Figuren (Pokémon, Menschen, Tiere, etc.) zeigen. Normalerweise ist auf jedem Banner mindestens einer dieser Render zu sehen. Render findet ihr z.B. hier ((kostenlose) Anmeldung notwendig) und natürlich bei Google Bilder. Gute Pokémon Render findet ihr hier.

Wollt ihr ein Bild als Render verwenden, das keinen transparenten Hintergrund hat, müsst ihr es erst selbst transparent machen, dazu weiter unten mehr.

3. Banner erstellen

3.1. Erste Schritte

Öffnet ihr Gimp, sollten sich drei Fenster öffnen:

  • Der Werkzeugkasten. In der oberen Hälfte könnt ihr das Werkzeug auswählen, was ihr verwenden wollt, und in der unteren Hälfte könnt ihr die Einstellungen für dieses Werkzeug ändern.
  • Das Hauptfenster. Hier findet ihr die Menüleiste und wenn ihr es geöffnet habt auch das Bild an dem ihr gerade arbeitet. (Hinweis: Bei älteren Versionen von Gimp gibt es dieses Fenster nicht, die Menüleiste findet ihr dort über dem Werkzeugkasten bzw über den geöffneten Bildern)
  • Der Ebenendialog. Hier könnt ihr Einstellungen an den unterschiedlichen Ebenen vornehmen. Dieses Fenster sollte, während ihr mit Gimp arbeitet, immer geöffnet sein. Wenn ihr es mal aus Versehen geschlossen habt, findet ihr es unter „Fenster - > Andockbare Dialoge -> Ebenen)

Wählt nun in der Menüleiste „Datei -> Neu“. Es sollte sich ein weiteres Fenster öffnen, in dem ihr die Größe eures Banners eingeben könnt, die könnt ihr aber später auch noch ändern. Normalerweise sind Banner etwa doppelt bis fünffach so breit wie hoch. Achtet darauf, dass euer Banner nicht zu groß wird. Wenn ihr ihn in einem anderen Forum in eure Signatur stellen wollt, solltet ihr euch nach der Größenbeschränkung für Banner von diesem Forum richten. Ich wähle für meinen Beispielbanner eine Größe von 500*120.

Unten in dem Fenster könnt ihr auf „Erweiterte Einstellungen“ klicken, dann öffnen sich einige Einstellungen. Achtet darauf, dass „Farbraum: RBG-Farben“ und „Füllung: Transparent“ ausgewählt sind.

Wenn ihr alles eingestellt habt, klickt auf „OK“ und in dem Hauptfenster öffnet sich euer im Moment noch leerer Banner. (Hinweis: Alles, was gekachelt angezeigt wird, ist transparent)

3.2. Der Hintergrund

Im Moment ist der Banner noch leer, das wollen wir natürlich ändern. Es gibt viele Möglichkeiten, einen schönen Hintergrund zu erstellen, ausprobieren lohnt sich also.

Zuerst solltet ihr die freie Fläche füllen. In der linken Mitte des Werkzeugkasten findet ihr zwei einfarbige Kästchen, in denen ihr die Vorder- und Hintergrundfarbe ändern könnt. Klickt auf das Kästchen mit der Vordergrundfarbe und stellt die Farbe ein, die euer Hintergrund haben soll. Dann wählt das Füllwerkzeug (der kleine Farbeimer) und klickt damit in euer Bild.

Eine weitere Möglichkeit, den Hintergrund zu füllen, ist ein Farbverlauf. Wählt dafür das Werkzeug rechts neben dem Farbeimer und zieht damit eine Linie über euer Bild. Wenn ihr euren Farbverlauf nicht schwarz-weiß haben wollt, dann ändert Vorder- und Hintergrundfarbe, und/oder wählt bei den Werkzeugeinstellungen einen anderen Farbverlauf aus.

Wenn ihr ein bestimmtes Motiv im Hintergrund haben wollt, könnt ihr auch einfach über „Datei -> Als Ebenen öffnen“ ein Bild einfügen.

Seid ihr fertig, könnt ihr euren Hintergrund noch mit dem Pinselwerkzeug und geeigneten Brushes (siehe 2.1), C4Ds (siehe 2.2) und Filtern (alles was ihr unter „Filter“ in der Menüleiste findet) verschönern.

In meinem Beispielbanner füge ich einen Farbverlauf ein, wähle das Pinselwerkzeug aus, wähle in den Werkzeugeinstellungen zwei schöne Brushes und setze sie auf das Bild.

Jetzt sieht mein Banner so aus:

Der Hintergrund

Hier sind noch ein paar weitere, etwas schwierigere Beispiele für Hintergründe:

Hintergrund 2

Hier habe ich den Hintergrund schwarz gefüllt, dann ein paar Brushes auf den Hintergrund gesetzt, ein paar neue Ebenen erstellt und auf ihnen den Filter unter „Filter -> Render -> Natur -> Flammen“ angewendet, einen C4D im Modus „Überlagern“ darüber gelegt und am Ende noch alles zusammengefügt und über „Farben -> Farbton/Sättigung“ die Farbe geändert.

Hintergrund 3

Hier habe ich den Filter unter „Filter -> Render -> Muster -> Schachbrett“ und einige weitere Filter verwendet, mit schwacher Deckkraft (das ändert man in den Werkzeugeinstellungen) ein paar Brushes darauf gesetzt, einen Farbverlauf ausgewählt und auf „Farben -> Abbilden -> Auf Farbverlauf“ geklickt.

Hintergrund 4

Hier habe ich erst den Hintergrund dunkelblau gefüllt und dann einige Brushes in hellblau und schwarz darauf gesetzt, wobei ich bei den Werkzeugeinstellungen für das Pinselwerkzeug die Einstellung für „Modus“ geändert hatte (in „Überlagern“ und „Addition“).

3.3. Die Render

Jetzt habt ihr zwar schon einen Hintergrund, aber etwas sehr wichtiges fehlt noch: Der Render. Über „Datei -> Als Ebenen öffnen“ könnt ihr ihn einfügen. Für den Anfang empfehle ich, nur einen Render zu verwenden, aber auch mehrere sind möglich (wobei es mit ~10 Rendern natürlich nicht mehr gut aussieht).

Nehmt das „Verschieben“-Werkzeug und zieht den Render auf die Stelle auf dem Banner, wo er euch am besten gefällt. Meistens sieht es am besten aus, wenn der Render links oder rechts auf dem Banner ist, aber bei Hintergründen die auf das Zentrum fixiert sind (wie der Grün/Schwarze weiter oben) solltet ihr ihn in die Mitte setzen.

Danach könnt ihr noch den Render ein wenig zum „Leuchten“ bringen. Erstellt mit dem Ebenendialog eine neue Ebene und zieht sie zwischen den Hintergrund und euren Render. Dort könnt ihr dann in Weiß oder einer anderen hellen Farbe ein paar Brushes hinter euren Render setzen.

Zusätzlich könnt ihr noch einen weißen Leuchtring um euren Render machen. Dafür wählt ihr im Ebenendialog die Ebene mit eurem Render aus und klickt auf den Button mit dem doppelten Photo (bei mir der 4. von links). Dadurch sollte sich eure Renderebene verdoppeln. Wählt als Vorder- und Hintergrundfarbe Weiß aus, wählt im Ebenendialog die untere der beiden Renderebenen und klickt auf „Farben -> Abbilden - > Auf Farbverlauf“ Jetzt klickt auf „Filter -> Weichzeichnen -> Gaußscher Weichzeichner“ und stellt als Weichzeichenradius 20 ein.

Mein Beispielbanner sieht jetzt so aus:

Banner mit Render

3.4. Effekte

Jetzt sieht der Banner zwar schon ganz gut aus, aber noch etwas langweilig. Um das zu ändern, brauchen wir noch weitere Effekte. Die kann man mit Brushes, Filtern (besonders zu empfehlen: „Filter -> Licht und Schatten“, „Filter -> Render -> Natur -> Flammen“) und C4Ds machen. Probiert es einfach mal aus: Erstellt neue Ebenen, setzt ein paar Brushes ein, fügt ein paar passende C4Ds ein und ändert im Ebenendialog den Modus und die Deckkraft der Ebenen, bis sie euch gefallen.

Der Großteil der Effektebenen sollte über eurem Render stehen, damit es nicht so aussieht als wäre der Render einfach nur auf den Hintergrund gesetzt.

Wenn ihr schöne C4Ds habt, aber die Farben nicht passen, könnt ihr sie über „Farben“ in der Menüleiste ändern.

Nach einigen Ebenen mit Brushes, C4Ds und Flammenfiltern sieht mein Beispielbanner nun so aus:

Banner mit Effekten

3.5. Text und Rahmen

Wenn ihr wollt, könnt ihr zu eurem Banner noch einen Text hinzufügen. Wählt dazu das Textwerkzeug, stellt in den Werkzeugeinstellungen eine geeignete Schriftart und Größe ein und klickt in euren Banner. Jetzt öffnet sich ein Fenster, in dem ihr euren Text eingeben könnt. Wenn der Schriftzug euch noch nicht gefällt, könnt ihr in die Einstellungen im Werkzeugkasten auch noch ändern oder den Schriftzug mit dem „Verschieben“-Werkzeug an eine geeignete Stelle ziehen.

Jetzt klickt auf „Ebene -> Ebene auf Bildgröße“, erstellt eine neue Ebene und setzt die neue Ebene unter die Textebene. Wählt die Textebene und geht auf „Ebene -> Transparenz -> Auswahl aus Alphakanal“ und danach auf „Auswahl -> Vergrößern“ und gebt eine Zahl zwischen 1 und 3 ein. Wählt die neue Ebene, stellt eine Farbe für die Kontur eurer Schrift ein, nehmt das Füllwerkzeug und klickt in die Auswahl. Um wieder alles auszuwählen, klickt auf „Auswahl -> Alles auswählen“ oder drückt Strg+A.

Wenn ihr wollt, könnt ihr die Kontur auch noch verschwommen machen, indem ihr auf „Filter -> Weichzeichnen -> Gaußscher Weichzeichner“ geht (so wie bei 3.3).

Ähnlich wie beim Render könnt ihr auch noch ein paar Brushes hinter die Schrift machen.

Mein Beispielbanner sieht jetzt so aus:

Banner mit Text

Eins fehlt noch: Der Rahmen. Dafür müsst ihr einfach eine neue Ebene erstellen, auf „Auswahl -> Rand“ gehen und eine beliebige Zahl eingeben (am besten nicht größer als 5) und diese Auswahl dann in einer schönen Farbe füllen.

Wenn ihr den Modus der neuen Ebene ändert, sieht man den Hintergrund noch ein wenig durch, das sieht manchmal besser aus (einfach ausprobieren).

In meinem Beispielbanner habe ich zwei Rahmen gemacht: Einen dickeren mit dem Ebenenmodus „Bildschirm“ und einen dünneren mit dem Modus „Überlagern“.

Jetzt ist der Banner auch schon fertig:

Fertig!

4. Tipps und Tricks

4.1. Bilder transparent machen

Ihr habt ein schönes Bild für euren Banner, z.B. ein Pokémon, das hat aber keinen transparenten Hintergrund? Mit Gimp könnt ihr Bilder auch recht einfach selbst transparent machen.

Öffnet das Bild in einer neuen Datei. Wenn es einen einfarbigen (meistens weißen) Hintergrund hat, braucht ihr nur das „Zauberstab“-Werkzeug. Klickt damit in den weißen Bereich. Wenn um die Figur noch ein hellgrauer Rand stehen bleibt, müsst ihr bei den Werkzeugeinstellungen die Schwelle erhöhen. Wenn die Figur ein Teil der Auswahl ist, müsst ihr die Schwelle senken. Ändert solange die Schwelle, bis der Rand der Auswahl ungefähr auf der Kontur der Figur liegt. Wenn ihr jetzt noch nicht alle weißen Bereiche ausgewählt habt, dann ändert den Modus beim Zauberstab (nehmt den zweiten Button von links) und klickt in die übrigen Bereiche, bis ihr den ganzen Hintergrund ausgewählt habt. Jetzt geht auf „Ebene -> Transparenz -> Alphakanal hinzufügen“ (wenn ihr darauf nicht klicken könnt, müsst ihr das nicht machen) und danach auf „Bearbeiten -> Löschen“ (oder drückt Entfernen).

Wenn euer Bild einen bunten Hintergrund hat, oder die erste Methode nicht funktioniert, müsst ihr die Auswahl per Hand machen. Dafür braucht ihr das Pfad-Werkzeug (dieser Füller mit den drei Punkten daneben, links von der Pipette). Jedes Mal, wenn ihr damit in euren Banner klickt, erscheint an dieser Stelle ein Punkt, verbunden mit dem zuletzt erstellten Punkt durch eine Linie. Fahrt damit die Kontur eurer Figur nach, bis ihr wieder am Anfangspunkt angelangt seid. Klickt dann in den Werkzeugeinstellungen auf „Auswahl aus Pfad“ Als nächstes solltet ihr wie bei der ersten Methode den Alphakanal hinzufügen.

Jetzt müsst ihr genau hinsehen: Wenn der Rand des Bildes auch blinkt (so wie der Rand einer Auswahl), könnt ihr schon den Inhalt der Auswahl entfernen (wie weiter oben). Wenn das nicht der Fall ist, müsst ihr bevor ihr auf Entfernen drückt noch die Auswahl invertieren („Auswahl -> Invertieren“).

4.2. Dateiformate

Wenn ihr euren Banner abspeichert, müsst ihr selbst eine Dateiendung wählen. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Dateiformate für Banner:

  • .xcf: Das eigene Format von Gimp. Es speichert alle Ebenen einzeln. Leider sind als .xcf abgespeicherte Dateien sehr groß und nur Gimp kann sie öffnen. Ihr solltet dieses Format also nur für Zwischenspeicherungen verwenden.
  • .jpg: Das häufigste Format für Bilder. Als .jpg abgespeicherte Bilder haben eine kleine Dateigröße, dafür leider eine etwas schlechtere Qualität und können nicht transparent sein. Speichert ihr ein Bild mit Gimp als .jpg ab, könnt ihr die Qualität einstellen. Stellt ihr 100 als Qualität ein, ist fast kein Qualitätsverlust bemerkbar, dafür ist die Dateigröße auch nicht so klein.
  • .gif: Auch als .gif abgespeicherte Bilder haben eine kleine Dateigröße, die kommt hier aber daher, dass sie eine mit abgespeicherte Palette mit einer beschränkten Anzahl an Farben haben. Diese Bilder werden also nicht verpixelt, Farbübergänge aber schlecht dargestellt. In .gif ist Transparenz möglich, allerdings kann ein Pixel nur entweder ganz oder nicht transparent sein.
  • .png: Das größte der drei Formate, dafür sind kaum Qualitätsverluste bemerkbar und euer Banner kann auch halbtransparente Stellen besitzen (also so dass der Hintergrund der Seite auf die ihr ihn stellt nur noch schwach sichtbar ist). Lediglich die Farben sind nach dem Abspeichern als .png etwas kräftiger als vorher.

An diesem Inhalt haben EVoLiNa X, The Libertine und Birne94 mitgearbeitet.


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