Eine Einführung in die Fotografie

Hier findest du Tipps und Tricks für deine Laufbahn als angehender Fotograf oder angehende Fotografin.

Inhalt:
  • Kamera (Spiegelreflexkamera, Systemkamera, Bridgekamera, Kompaktkamera, Weitere Kameras)
  • Zubehör
  • Motive
  • Technik
  • Bearbeitung
  • Die Kamera

    Die Kamera ist neben einem guten Auge das Wichtigste für einen ambitionierten Fotografen. Generell werden Kameras in die folgenden drei Typen unterteilt: Kompaktkameras, Systemkameras und Spiegelreflexkameras. Daneben gibt es natürlich auch Sofortbild-, Nacht- und Handykameras, sowie viele weitere verschiedene Arten.

    Spiegelreflexkameras

    Nikon D3100
    Die Nikon D3100 ist eine gute Spiegelreflexkamera für Einsteiger. (Grafik von NikonPolska auf Flickr)

    Spiegelreflexkameras, verkürzt auch SR oder DSLR (Digital single-lens reflex), stellen den am meisten genutzten Anteil der Kameras in der ambitionierten Fotografie dar. Als ambitioniert kann hier alles eingestuft werden, was Wert auf Technik und Konzept der Fotos legt und nicht nur einen Moment kurz festhalten möchte.

    Der große Vorteil an Spiegelreflexkameras sind die vielen Möglichkeiten, die sie einem bieten.
    Alleine die Kamera selbst bietet mit Belichtungszeiten, ISO-Werten, Weißabgleich und aufwendiger Fokussierung bereits mehr als Kompaktkameras, durch den Objetivwechsel entsteht jedoch ein noch breiter gefächertes Feld an Möglichkeiten, durch die die Kamera individuell an ihren Besitzer angepasst werden kann. Tele- und Zoomobjektive erlauben so das Fotografieren kleiner Gegenstände oder solcher in weiter Distanz, Weitwinkelobjektive erlauben die Darstellung besonders weiter Gebiete, wie beispielsweise Landschaften, und Makroobjektive bilden einen Gegenstand möglichst überlebensecht ab.

    Der große Nachteil an DSLRs ist der hohe Preis. Selbst für eine Einstiegskamera muss samt Objektiv noch immer rund 300 Euro gezahlt werden. Das Kitobjektiv reicht hierbei für das anfängliche Fotografieren oftmals über einen längeren Zeitraum zwar mehr als aus, dennoch schöpft es in der Regel das Maß nicht aus, weshalb sich das Sortiment vermutlich um ein Zoom und vielleicht auch Weitwinkel- und Makroobjektiv erweitern wird, welche teilweise noch einmal genauso viel kosten können, wie die Kamera selbst. Wie du siehst gilt die Fotografie deshalb nicht umsonst als kostspieliges Hobby.

    Aufgrund des hohen Preises empfiehlt sich der Kauf einer DSLR trotz der unbestreitbaren technischen Alphaposition erst, wenn man sich bereits sicher gewillt ist, in sein Hobby auch größer zu investieren.
    Dann allerdings gibt es kaum etwas, dass eine DSLR nicht meistert; schwierige Lichtverhältnisse, große oder sehr geringe Distanzen, eine hervorragende Bildqualität und vor allem vielfältige individuelle Einstellungen kennzeichnen klassischerweise Spiegelreflexkameras und ihre Objektive.
    Nicht abschrecken lassen sollte man sich hierbei vom Begriff "Einstiegs-DSLR"; die Unterschiede zu weiteren DSLRs im Consumerbereich sind vergleichsweise nichtig gering und insgesamt sind diese DSLRs die wohl lohnendsten, wenn man sich die Fotografie nicht zum Beruf macht oder sich hier sehr deutlich vertieft.

    Systemkameras

    Sony NEX-3NLB
    Sony hat mit seinem Model NEX-3NLB derzeit eine gute und preiswerte Systemkamera auf dem Markt.

    Systemkameras könnte man als einen Kompromiss zwischen Kompatkameras und DSLRs bezeichnen, da sie zwar so handlich sind wie Kompaktkameras, hierfür aber in ihrem Funktionsumfang bereits sehr nahe an DSLRs herankommen. In der Regel besitzen auch sie wechselbare Objetive um sich individueller an den Fotografen anzupassen, sind aber weitaus leichter und ähneln äußerlich eher den Kompaktkameras.

    Als noch recht neuer Zweig in der Kameraindustrie liegt der Preis der meisten Modelle noch immer über dem von Kompaktkameras, da Eingliederung in den Markt und Konkurrenzkampf durch die noch weniger zahlreichen Abnehmer noch nicht gleichermaßen groß sind wie bei den anderen Kameratypen. Dennoch kann man gute Systemkameras ungefähr für den Preis erhalten, zu dem auch die teuren Modelle der Kompaktkameras erhältlich sind, hat allerdings noch immer eine Fülle an Optionen mehr.

    Der große Unterschied zu DSLRs liegt im Fehlen des Spiegels. Stattdessen arbeiten Systemkameras digital und mit einem elektrischen Sucher.

    Systemkameras empfehlen sich vor allem für diejenigen, die eine Allzweckkamera suchen und dabei nicht auf die Handlichkeit einer Kompaktkamera verzichten möchten. Mit einer Systemkamera bieten sich neben dem hochwertigen Festhalten von Momenten zahlreiche kreative Möglichkeiten und durch die der DSLR entlehnten Funktionen kann die Fotografie sogar auf einem höheren Niveau betrieben werden.

    Bridgekameras

    Nikon Coolpix L820
    Die Nikon Coolpix L820 vereint einen Superzoom mit kleinem Preis.

    Bridgekameras sind die eigentlichen Fusionen aus Kompaktkameras und DSLRs. In der Regel werden sie zu den Kompaktkameras gezählt und bilden dort das oberste Preissegment, jedoch gibt es inzwischen auch Bridgekameras für unter 300 Euro.

    Ihre Stärke liegt in ihrer Zoomfähigkeit, so sind die Objektive dieser Kameras mit ihrer teilweise 30-fachen Vergrößerung wahre Superzooms!
    Dadurch sind sie vor allem fürs Reisen in Städte beliebt, wo Details auch aus großer Entfernung aufgenommen werden können. Außerdem besitzen sie meist ein externes Blitzgerät, was in schlecht belichteten Umgebungen eingreifen kann. Im Gegensatz zu DSLRs lässt sich ihr Objektiv nicht wechseln, jedoch verfügen sie immerhin über Einstellungen zu Verschlusszeiten und ISO-Werten, sowie eine manuelle Blende, welche allerdings deutlich hinter dem Können von DSLRs liegt.

    Im Gegensatz zu DSLRs sind sie handlicher und etwas bedienungsfreundlicher, dennoch unterscheiden sie sich erheblich von klassischen Kompaktkameras.
    Für den Einstieg in die Fotografie sind Bridgekameras keine schlechte Anschaffung, allerdings wird man bei Fortführung des Hobbies durch das eingebaute Objektiv schnell an Grenzen stoßen. Auch das Bildrauschen macht sich häufig unangenehm bemerkbar und so zeigt sich, dass die Bildqualität von DSLRs und auch Systemkameras deutlich über dem Niveau von Bridgekameras liegt. Weiterhin ist das manuelle Fokussieren kniffliger und ein Bokeh ist oftmals ebenfalls schwerer zu erschaffen.

    Kompaktkameras

    Canon PowerShot S110
    Die Canon PowerShot S110 ist eine derzeit beliebte Kompaktkamera.

    Kompaktkameras sind der am weitesten verbreitete Typ von Kameras. Einfache Kompaktkameras sind in Sonderangeboten und über Amazon bereits für um die 50 Euro erhältlich, haben aber insbesondere für diesen Preis noch mit deutlichen Mängeln zu kämpfen. Gute Kompaktkameras kosten meist zwischen 200 und 300 Euro. Die meisten Haushalte besitzen eine, oder mehrere Kompaktkameras, um Alltagsmomente und Urlaubserinnerungen festzuhalten.

    Ihr Vorteil liegt in der einfachen Bedienung und der Handlichkeit sowie des geringen Preises. In Auflösung, also Megapixeln, stehen sie den DSLRs inzwischen mitunter kaum noch nach, viele Kompaktkameras hadern aber mit dem Rauschverhalten, so dass Bilder bei genauerem Hinsehen ein auffälliges Bildrauschen besitzen. Durch das Fehlen der manuellen Blende und der geringeren Einstellungsmöglichkeiten in der Belichtungszeit nimmt die Leistung vieler Kompaktkameras bei schlechten Lichtverhältnissen rasch ab.

    Während Kompaktkameras für den Alltag also geeignet sind, stellen sich bei der kreativen Fotografie viele Hinternisse in den Weg. Abseits der Bildqualität und Farbwiedergabe, welche erst im Nachhinein zur Geltung kommen, fehlen oftmals vor allem individuellere Einstellungsmöglichkeiten und ein Blendensystem, wie es Objektive an DSLRs bieten, um die Schärfentiefe zu reduzieren und so einzelne Bildelemente in den Fokus zu rücken. Wer gerne fotografiert, ernüchtert an einer Kompaktkamera oftmals und wer bisher bei einer Kompaktkamera nie besonderes Interesse für Fotografie hatte, erlebt dies bei einer DSLR oder spiegellosen Alternative noch einmal komplett anders. Falls du also vor dem Kauf einer Kamera stehst und dich für die Fotografie interessierst, lohnt es sich eher, sich im Bereich des System- und Spiegelreflexkameras zu informieren.

    Weitere Kamera-Arten

    Fujifilm Instax 210
    Erinnert an alte Zeiten; die Sofortbildkamera Fujifilm Instax 210.

    Neben den oben genannten Sparten existieren natürlich auch weitere Kameratypen, wie beispielsweise die unter dem Markennamen Polaroid zum Kult avancierten Sofortbildkameras. Fujifilm holt diese derzeit zurück in die Gegenwart und versetzt viele ins Retrofieber.

    Heutzutage häufig genutzt sind jedoch auch Handykameras. Stets parat, kompakt und teilweise bereits erstaunlich leistungsfähig warten diese inzwischen auf und gewinnen vor allem zusehends an Megapixeln, können allerdings wenn dann nur knapp mit preiswerten Kompaktkameras mithalten und kämpfen vor allem in schlechten Lichtverhältnissen.

    Hilfe zur Auswahl der Kamera

    Kameratyp DSLR System Bridge Kompakt
    Erfahrung:
      Einsteiger
      Fortgeschrittener
      Könner

    *







    Nutzung:
      Schnappschüsse
      Urlaubsfotos (Zwecksmäßig)
      Urlaubsfotos (Höherwertig)
      Urlaubsfotos (Städtereisen / Aufnahmen aus Distanz)
      Events / Konzerte mit schwierigen Lichtverhältnissen
      Herantasten an Fotografie als Hobby
      Kreative / Ambitionierte Fotografie




    **






    **













    Budget:
      Ab 50 Euro
      Ab 200 Euro
      Ab 300 Euro










    Ambition:
      Gelegenheitsfotografie
      Testen der Fotografie als Hobby
      Hobbyfotografie auf einem besseren Niveau
      Erreichen eines guten / Profi-Niveaus

















    Bildqualität:
      Preiswert
      Gut
      Hervorragend











    * (falls Wille und grobe Vorkenntnisse vorhanden) ** (Mit passendem Objektiv)


    Das Zubehör

    Mit einer Kamera ist es in der Fotografie noch nicht getan. In einigen Fällen wird zudem Zubehör benötigt.

    Darunter fallen Speicherkarten, Stative, Foto- und Objektivtaschen, spezielle Putzsets zur Reinigung der empfindlichen Linsen und eventuell Schutzlinsen in Form von beispielsweise UV-Filtern.

    Sehr wichtig ist hierbei die Speicherkarte, welche beispielsweise bei DSLRs unbedingt zur Speicherung von Bildern benötigt wird und auch die Speicherkapazität von Kompaktkameras erheblich vergrößert. Gleichermaßen ist für den Schutz deiner Kamera aber auch ein Putzset von Vorteil, da die empfindliche Mechanik eigene Säuberungswerkzeuge erfordert. Bei einer Kompaktkamera ist dies weniger wichtig, bei DSLRs kann es gerade beim Objektivwechsel allerdings gerne einmal zu Staubpartikeln auf dem Sensor oder den Linsen des Objektivs kommen.
    Ein Stativ empfiehlt sich besonders, wenn du mit deiner DSLR bei einer sehr langen Belichtungszeit manuell fotografierst, da sich minimale Wackler der Kamera später auf die Schärfe des Bildes auswirken. Auch Portraits, auf denen du selbst abgebildet sein sollst, werden gerne mit einem Stativ gemacht.
    Bei allen Kameras empfiehlt sich zudem eine Fototasche, um sie besser transportieren und schützen zu können.

    Die Motivsuche

    Mögliche Motive gibt es wie Sand am Meer, häufig ist es jedoch auch die Frage, wie man ein Motiv in Szene setzt. Perspektive, Abstand, Hintergrund, Schärfentiefe/Blende und viele weitere Faktoren machen ein Foto schließlich besonders.

    Anfangs empfehlen sich Stillleben. Grob gesagt versteht man in der Fotografie hierunter die Aufnahme von Gegenständen, wie Figuren oder Gegenstände aus dem Alltag. Falls du Pokémonfiguren besitzt, eignen sich diese als ein tolles Motiv.
    Gerne wird auch die Natur fotografiert. Blumen, Bäume, Schnee, Landschaften. Auch Nahaufnahmen von Blättern, Tautropfen, Halmen und Insekten sind in Szene gesetzt sehr gute Motive.

    Weitere Möglichkeiten finden sich unter anderem in Tieren, Portraits (Auch Selbst-Portraits), Nachtaufnahmen, Architektur, Makro (Ähnlich Nahaufnahmen) und Street Photography.

    Falls du Fotografie mit Pokémon verbinden möchtest und keine Figuren, Plüschtiere oder ähnliche derartige Motive besitzt, kannst du dich an Aufnahmen von sogenannten Paperchildren versuchen. Dies sind kleine, ausgeschnittene Bilder der Pokémon, in der Regel selbstgemalt, denen durch ihre Platzierung Leben eingehaucht wird.

    Beliebt ist es, im Hintergrund ein Bokeh zu erschaffen. Dies entsteht, indem ein Objekt im Bild von nahem und mit weit geöffneter Blende fotografiert wird, sodass nur der fokussierte Ausschnitt scharf abgebildet wird. Der Rest des Bildes verschwimmt.

    Die Technik

    Techniken sind vor allem dann wichtig, wenn du mit einer DSLR fotografierst. So führt eine kleine Blende beispielsweise dazu, dass nur das fokussierte Motiv, eine große dazu, dass das gesamte Bild scharf ist. Meist wird ersteres vor allem bei Makro, letzteres bei Architektur- und Landschaftsaufnahmen bevorzugt.

    Ebenfalls wichtig ist die Belichtungszeit. Mit einer hohen Belichtungszeit dringt mehr Licht auf die Blende und dein Bild wird auch in schlechten Lichtverhältnissen stärker belichtet. Umso länger die Belichtungszeit jedoch ist, desto schwieriger wird es, ein scharfes Foto zu konstruieren, da die Bilder ohne Objektiv nun leicht verwackeln.

    Die ISO-Werte regeln die Lichtempfindlichkeit. Höhere ISO-Werte lassen das Foto heller wirken, ohne Kontraste einzubüßen. Meist führen hohe ISO-Werte jedoch zu starkem Bildrauschen, welches sich im Nachhinein nur noch schwer korrigieren lässt, weshalb die meisten Fotografen ihre ISO-Werte bevorzugt so gering wie möglich setzen.

    Der Weißabgleich sensibilisiert die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichtes am Aufnahmeort. So können niedrige Werte ein Bild bläulich-kühl, höhere ein Bild rötlich-warm erscheinen lassen.

    Nebst diesen Einstellungstechniken, gibt es jedoch auch solche, die mehr mit der Handhabung an sich zu tun haben. So zum Beispiel den Fokus. Dieser wird auf ein Objekt im Bild gesetzt, das nachher im Mittelpunkt stehen soll, egal ob es näher, oder weiter entfernt von dir ist. Einer der zerstörerischsten Punkte ist ein falsch gesetzter Fokus. Bei einer kleinen Blende entsteht im Hintergrund ein Bokeh. Dies ist eine Art Unschärfe, bei der der betroffene Bereich verschwimmt und das fokussierte Objekt mehr hervorhebt.

    Inzwischen verfügt außerdem jede Kamera über einen eingebauten Blitz oder einen passenden Systemschuh für einen externen. Der Blitz lässt sich aktivieren und deaktivieren und soll vor allem dunkle Räume ausleuchten. Mit Blitz zu fotografieren ist nicht immer einfach, da das kühle Licht die Farben teils verfälscht und auf vielen Flächen Reflektionen erzeugt. Deshalb wird meist versucht, in erster Linie mit natürlichem Licht zu arbeiten.

    Die Bearbeitung

    Bearbeiten lassen sich Fotos auf viele unterschiedliche Varianten. Alleskönner sind Bildbearbeitungsprogramme wie The GIMP und Adobe Photoshop, allerdings gibt es auch kleinere Tools wie PhotoFiltre und Photoscape, oder auch den Neat-Editor, der ein Bildrauschen im Nachhinein reduzieren kann. Über die Grundfunktionen wie Skalieren, sowie leichte Farbfilter verfügen fast alle Bildbearbeiter. Allgemein rät es sich, eine der umfangreicheren Alternativen als Alleskönner parat zu haben. Dies umfasst sind die Programme Adobe Photoshop (Elements) (kostenpflichtig) und The GIMP (kostenlos).

    Bearbeiten solltest du anfangs zuerst wenig, um dich an die Funktionen heranzutasten. Immer gut ist das leichte Nachschärfen und gegebenenfalls Weichzeichnen entfernterer Partien, das Skalieren und leichte Farbbearbeitungen.

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    An diesem Inhalt haben -Plaudagei-, Birne94, Donnerstern und LukeSkywalker mitgearbeitet.


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