Spritecolorationen

Dieser Artikel beschäftigt sich mit Colorationen für Sprites. Zentrale Bereiche sind Schattensetzung, Schattierungsarten und auch Spezialcolorationen, bei denen man etwas anders vorgehen muss, als bei üblichen Colorationen.

Schattensetzung

Grundlegendes:

Hier erfährst du einige grundlegende Dinge zum Thema Schattensetzung. So ist es empfehlenswert, wenn du bei der Coloration das Licht von links oben kommen lässt, so wie es auch bei den Nintendo Sprites ist.

Dann sollten deine Schattierungen, also Highlights und Schatten, immer eine ähnliche Form besitzen, wie der Körper oder das Körperteil auf dem sie sich befinden. Bei einem runden Körperteil ist also auch der Schatten rund bzw. ellipsenförmig. Bei länglichen Körpern sind die Schattierungen stattdessen eher länglich.

Nun bekommst du auch noch einen Tipp wie dein Sprite besonders platisch wirkt: Du solltest versuchen auf jedem Körperteil sowohl ein Highlight, einen Abschnitt in der Grundfarbe und einen Schatten zu platzieren.

Schatten:

Darauf solltest du beim Setzen von Schatten vorallem achten:

  • Du setzt dort einen Schatten, wo nur sehr schwaches oder gar kein Licht hinkommt.
  • Du musst das richtige Maß für die Schattenmenge finden. Also es sollen nicht zu viele aber auch nicht zu wenige vorhanden sein.
  • Die Helligkeit deines Schattens sollte auf jeden Fall dunkler/geringer sein als die vom Grundton. Trotzdem ist es aber nicht ratsam einen zu dunklen Schattenfarbton zu wählen, da sonst leicht der Eindruck entstehen könnte, Grund und Schattenton würden nicht zueinander passen.
  • Einzelne Pixel einer Spritelinie können auch durch einen Schatten ersetzt werden. Wichtig ist hier, dass es wirklich nur einige Pixel sind und nicht die gesamte Linie.
  • Wie auch im echten Leben werfen Körperteile von Pokemon einen Schatten, welchen du in deiner Coloration berücksichtigen musst. In welche Richtung der Schatten fällt hängt dabei vom Lichteinfall und der Haltung ab. Die Größe des Schattens hängt von der Größe des Körpers ab.
  • Als Tipp für Anfänger könnte man sagen, dass du bei den Outlines des Sprites, die in die entgegengesetzte Richtung des Lichteinfalls zeigen, meistens einen Schatten setzten musst.
Highlights:

Auch bei den Highlights gibt es einige Punkte, die du beachten solltest, auch wenn es weit weniger sind als bei den Schatten:

  • Highlights entstehen an den Stellen, die das Licht ohne jegliche Hindernisse erreicht.
  • Das Highlight muss heller sein als der Grundton. Wenn es jedoch zu hell ist kann es schnell passieren, dass du denkst, die beiden Farben gehören gar nicht zueinander.
  • Du solltest nicht zu viele und auch nicht zu wenige Highlights im Vergleich zu der Schattenanzahl haben.
  • Oft befinden sich Highlights nicht direkt an der Outline, sondern werden von einigen Pixel in Grundtonfarbe abgetrennt.
Outlines:

Bei der Outlinecoloration solltest du dich an folgendes halten:

  • Du musst die Outlines an deine Innencoloration angleichen. Das bedeutet, dass Outlines, die an eine helle Stelle bei der Innencoloration grenzen, hell coloriert werden müssen. Anders herum aber auch, dass Outlines an einem Schatten dunkel eingefärbt werden müssen.
  • Die Helligkeit der Outlines muss ebenfalls mit der Innencoloration abgestimmt sein. Meistens kannst du dir als Faustregel merken, dass die Schattenfarbe aus der Innencoloration ( Bei 3 oder 4 für die Innencoloration verwendeteten Farben ) gleichzeitig die hellste Outlinefarbe ist.
  • Die Schattierungsart der Innencoloration beeinflusst auch die Outlines. So solltest du zum Beispiel beim Powershading mehr Farbabstufungen bei den Outlines benutzen, als beim Cell-Shading.
  • Du kannste einige Pixel einer Outline auch durch einen Schatten austauschen.
Vorgehen:

Du hast nun Glaziola-Lines vor dir, die du durch eine schöne Coloration in einen vollständigen Sprite umwandeln sollst. Bevor du aber beginnen kannst, brauchst du ersteinmal die richtigen Farben, meist 3 bis 4 Abstufungen pro Farbton, die du dir vom Original Nintendo Sprite besorgen kannst.

Nun musst du die gesamte Innencoloration in dem Grundton der Farbe, die zu diesem Bereich gehört, einfärben. Der Grundton ist der mittelhellste Farbton aus dem die Highlights und die Schatten gemischt werden. Als nächstes geht es nun endlich an die eigentliche Coloration.

Du kannst entweder mit den Schatten oder den Highlights anfangen. Hier hat man mit den Highlights angefangen. Du siehst, dass die Highlights immer die Form des Körperteils haben auf dem sie sich befinden.

Zusätzlich setzt du nun die Schatten. Auch hier musst du jeweils die Form der Schatten beachten. Darüber hinaus werfen Körperteile auch einen Schatten, wie zum Beispiel auch die Haare von Glaziola. Hier siehst du außerdem, dass versucht wurde, bei jedem Körperteil alle Farbabstufungen zu verwenden um ihn möglichst platisch zu gestalten.

Danach machst du dich an das Muster. Beim Setzen des Musters musst du unter anderem darauf achten, dass Muster die 2 oder mehrmals vorkommen auch gleich groß sind. Darüber hinaus musst du dann aber auch noch die Perspektive miteinbeziehen, wodurch dann die Mustergröße auch um 1-2 Pixel abweichen kann. Bei der Coloration des Musters empfiehlt es sich wieder zu versuchen, jedes einzelnes Musterstück sowohl mit Highlight, Grundton als auch mit einem Schatten zu bemalen.

Jetzt bist du aber noch nicht fertig, denn die Coloration der Outlines fehlt dir noch. Aber zuerst musst du noch einige Outlineergänzungen vornehmen. So musst du unter anderem eine Nase und auch Zehen bei den Pfoten ergänzen. Dann solltest du die Outlines deines Sprites passend umfärben. An Stellen, wo die Innencoloration hell ist müssen auch die Outlines hell sein. Andersherum musst du aber auch die Outlines an Stellen, die kaum beleuchtet sind, dunkel lassen.

Zum Schluss solltest du deinen Sprite nochmal gründlich nach Fehlern und Unsauberkeiten untersuchen. Hast du dies getan bist du nun endlich fertig.

Schattierungsarten

Cell-Shading

Auch wenn der Begriff Cell-Shading eher bei Zeichnungen gebraucht wird trifft er die folgende Colorationstechnik sehr gut, weshalb ich das mal so nenne ( es hat keinen wirklich offiziellen Namen). Diese Colorationstechnik wird dir vielleicht schon bekannt sein, da die Originalsprites von Nintendo auch diese Art der Coloration aufweisen.

  • Du verwendest 3 bis 4 Farbabstufungen pro Farbton für die Innencoloration. Die Outlinecoloration besteht meist aus 2 Farben und zusätzlich noch aus dem reinen Schwarz.
  • Bei dieser Colorationsart werden die Highlights in kleinen Mengen benutzt. Beim Sprite überwiegen Grundton und Schattenfarbe deutlich.
  • Die Vorgehensweise ist dieselbe, welche auch beim Glaziola oben bereits beschrieben wurde.
  • Du kannst bei dieser Schattierung zusätzlich noch einige Bereiche (nicht den gesamten Sprite !) in dem Chessboard-Shading schattieren um etwas weichere Übergänge zu schaffen.
  • Beispiele für Cell-Shading:
Chessboard-Shading

Möglicherweise sagt dir diese Art unter dem deutschen Namen Schachbrettschattierung schon etwas. Diese Art wird eher selten alleine, aber stattdessen meist zusammen mit anderen Schattierungsmöglichkeiten benutzt.

  • Wenn du das Chessboard-Shading verwendest verfolgst du meist das Ziel Farbübergänge zwischen zum Beispiel Grundton und Schatten weicher zu machen.
  • Du musst bei dieser Schattierungen dunkle Pixel schachbrettartig auf eine hellere Fläche setzen. Andersrum, also helle Pixel auf dunkle Fläche, geht es natürlich auch.
  • Bei kleinen Sprites solltest du dieses Shading nicht beim gesamten Sprite verwenden, da einem das Shading bei kleineren Grafiken schneller ins Auge sticht, und du somit den eigentlichen Effekt, nämlich einen weichen Farbübergang, zerstören würdest.
  • Bei großen Sprites oder Pixelarts kannst du dieses Shading auch häufiger benutzen ohne den Effekt zu zerstören.
  • Dieses Shading wird nicht nur in Kombination mit dem Cell-Shading sondern auch mit dem Retro-Shading verwendet. Man will damit bezwecken, dass der Sprite trotz beschränkter Farbwahl plastisch wirkt.
  • Beispiele für Chessboard-Shading:
Powershading1

Powershading1 zeichnet sich durch durchgehend weiche Farbübergänge aus. Also nicht nur an den Farbübergängen einer Cell-Shadingcoloration.

  • Du vewendest ungefähr 8 Farbabstufungen für die Innencoloration. Um den dadurch entstehenden weichen Effekt nicht zu stören musst du auch circa 5 Farbabstufungen für die Outlines verwenden.
  • Die Vorgehensweise ist die selbe wie beim Cell-Shading mit dem Unterschied, dass du mehr Farben unterbringen musst.
  • Du solltest unbedingt aufpassen, dass deine verschiedenen Farbabstufungen sich nicht zu sehr ähneln, was passiert wenn du die Helligkeit zu wenig veränderst. Dann sind zwar die Farbübergänge sehr weich, dafür wirkt der gesamte Sprite allerdings platt, was auf gar keinen Fall das Ziel einer Coloration sein sollte.
  • Darüberhinaus ist es nicht zu empfehlen bei jedem Pokemon Powershading zu benutzen. Powershading lässt den Sprite weich wirken, was aber zu harten und vorallem steinigen Pokemon nicht passt, wie z.B. Geowaz. Auf der anderen Seite passt Powershading zu sowieso schon zarten Pokemon wie Guardevoir sehr gut.
  • Beispiele für Powershading1:
Powershading2

Powershading2 ist dem Powershading1 sehr ähnlich bis auf die Tatsache, dass hier nur bei den Farbübergängen eines Cell-Shadings viele Farbatufungen benutzt werden und nicht über den ganzen Sprite hinweg.

  • Du kannst dir hier die Punkte vom Powershading1 denken, da sich beide Schattierungsformen sehr ähnlich sind.
  • Du gehst beim Powershading2 so vor, dass du erstmal ein Cell-Shading erstellst und Farbabstufungen bei den Farbübergängen von Cell-Shading, z.B. von Grundton zu Schatten, setzt. Dies kannst du mit einem Pinsel machen, wenn du die Farbabstufungen selber mischst oder auch mit nützlichen Tools wie etwa dem Verschmierer-Werkzeug in Gimp, mit dem du einfach nur über den jeweiligen Farbübergang fahren musst.
  • Beispiele für Powershading2:
Retro-Shading

Der Name verrät es bereits. Das Retro-Shading wurde in den alten Editionen verwendet. Um genauer zu sein in den Editionen Blau, Rot, Gelb und Grün. Die Schattierungen aus Gold und Silber sehen zwar ähnlich aus, sind aber eher ein Cell-Shading mit beschränkter Farbwahl.

  • Das Retro-Shading gebraucht nur 4 Farben. Fix sind immer schwarz und weiß und dazu dann noch 2 weitere Farben.
  • Insgesamt gibt es bei dieser Art von Shading nur folgende Farben. Außerdem musst du darauf achten, dass es manche Farben nicht in Kombination gab. Die Farben die es als Kombination gab sind der der Grafik untereinander plaziert.
  • Die Position der Lichtquelle kannst du frei wählen. Meistens jedoch kommt das Licht, aus der Richtung, in welche das Pokemon blickt.
  • Bei einer Retrocoloration kannst du ruhig unsauber arbeiten, da es ein weiteres Merkmal von dem Retro-Shading ist. Beispielsweise kannst du helle Pixel auf die rein schwarzen Outlines setzten.
  • Um trotz der wenigen Farben den Sprite möglichst platisch wirken zu lassen kannst du zusätzlich noch das Chessboard-Shading benutzen.
  • Beispiele für Retro-Shading:

Sonstiges

Feuercoloration

Hier musst du etwas anders beginnen als sonst. Denn du musst nicht nur die Innencoloration sondern beim Feuer auch die Outlines selbst im Grundfarbton anmalen, da Feuer nämlich keine Outlines besitzt.

Nun benutzt du die nächst hellere Farbe. Mit ihr setzt du kleine Wirbel und geschwungene Linien in das Feuer. Auf alle Fälle solltest du darauf achten, dass du die helleren Farben nicht einfach nur immer weiter in die Mitte setzt. Sonst würde nämlich ein Inferno-Feuer entstehen, was jedoch nicht besonders realistisch wirkt.

Nun benutzt du die hellste Farbe um die Highlights in dein Feuer zu bringen. Beim Setzen der Highlights musst du unter anderem beachten, dass ein solches Highlight nur auf einen angefertigten Wirbel gesetzt werden sollte. Zusätzlich sollte aber nicht jeder Wirbel ein Highlight besitzen, da es sonst der Natürlichkeit schaden würde. Dafür musst du aber auf keinen Lichteinfall achten, da das Feuer sein eigenes Licht erzeugt.

Als letzten Schritt musst du nur noch einige Wirbel oder Kurven in einer dunkleren Farbe als die Grundfarbe anbringen. Diese Wirbel runden dann den Gesamteindruck des Feuers ab. Zu beachten ist aber, dass du diese Wirbel nur auf die Grundfarbe setzen und auch eine gewisse Distanz zu den Highlights beibehalten solltest.

Gallopa-Outlines by zebrabuntbarsch

Fellcoloration

Wenn du dir deine für die Coloration benötigten Farben besorgt hast, kannst du schon loslegen indem du das zu colorierende Fell im Grundfarbton anmalst. Der Grundton ist übrigens der Farbton, aus dem du die Highlighs und Schattenfarben durch Ändern der Helligkeit gewinnst.

Nun machst du dich an die Highlights. In diesem Beispiel wurden gleich 2 Highlightfarben benutzt. Dabei wurde das Highlight mit der helleren Farbe einfach in das Highlight mit der dunkleren Farbe eingefügt. Wenn du viele Highlights setzt, kannst du einen gewissen Glanz herbeirufen, was bei einem Fell auch ein schöner Effekt ist. Beim eigentlichen Highlightsetzen musst du dich nicht so stark an den Lichteinfall binden. Schöner ist es, wenn du stattdessen versuchst Haarsträhnen des Fells jeweils durch ein Highlight hervorzuheben. Bei der Form der Highlights musst du aber etwas aufpassen. Da die Felloutlines länglich und spitz sind, müssen also auch die Highlights ähnliche Formeigenschaften aufweisen.

Wenn du jetzt die Schatten setzt musst du eigentlich auch nur das selbe beachten wie bei den Highlights. Auch die Form der Schatten sollte eher lang und spitz sein. Zudem solltest du versuchen jede Strähne, der du ein Highlight verpasst hast, noch einen Schatten zu geben. Wenn du damit fertig bist sollten die Strähnen sehr voluminös wirken, was das gesamte Fell voluminös wirken lässt.

Bevor du mit der Coloration fertig bist solltest du aber erst noch die Outlines anpassen. Das bedeutet die Outlines an Stellen, die stark beleuchtet sind, zu erhellen und an Stellen, zu denen kaum Licht durchdringt, dunkel zu lassen.
Am Ende rate ich dir nochmal deine Coloration nach Flüchtigkeitsfehlern abzusuchen.


Falls du einige Vorlagen zum Colorieren suchst, findest du diese in unserer Fanart-Galerie unter dem Suchwort Outlines:

Stahl-FischLegendäre Vögel die Zweite - OutlinesGlaziola OutlinesNach Hause Telefonieren
Outlines #001Igastarnish - AusmalbildArkani LinesAbsol Outlines
[Outlines] SuicuneNachtara OutlinesDrachen OutlinesAerodactyl-Evo OLs
Despo-LinesRaisas evoLines[Outlines] Gengar
[Outlines] Driftlon[Outlines] Scherox[Outlines] Arktos, Zapdos und LavadosEinreichung 7499

An diesem Inhalt haben violedra, arkani88, The Libertine und Delirium sowie 1 weiteres Mitglied mitgearbeitet.


Hast du einen Fehler gefunden oder einen Verbesserungsvorschlag? Dann melde diesen in unserem Feedback-Formular !