Skizzen und Lines

Wolltest du schon immer mal selbst ein Pokemon oder deine Lieblings-Anime-Figur malen? Dieser Artikel gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Materialien und erklärt dir Schritt für Schritt, was du beachten solltest und wie du beim zeichnen vorgehen kannst.

1. Materialien

Bevor es an das eigentliche Zeichnen geht, erhälst du einen Überblick über die wichtigsten und gängigsten Materialien:

Die Bleistifte

Wie du vielleicht bereits weißt, gibt es unterschiedliche Arten von Bleistiften. In der Regel werden sie in die Werte "H" ( = hart) und "B" ( = weich) eingeteilt.
Die weichen Bleistifte (also alles im Bereich "B" bzw. "HB") sind für das "normale" Zeichnen besser geeignet, da der Abrieb dunkel und somit gut zu erkennen ist. Außerdem lässt sich der Strich eines weichen Stiftes leichter weg radieren.
Der Nachteil der weichen Bleistifte besteht darin, dass die Spitze schnell abstumpft und häufig neu angespitzt werden muss; vor allem, wenn man kleine Details zeichnen möchte.

Hierin besitzen die harten Bleistifte ihren Vorteil. Sie reiben sich nicht so schnell ab und bleiben länger spitz. Mit ihnen können vor allem die Details gut ausgearbeitet werden.
Allerdings lassen sich die Linien harter Stifte nicht so gut radieren.
Diese Bleistifte werden häufig bei technischen Zeichnungen verwendet.

Eine weitere Möglichkeit sind die sogenannten Druckminenbleistifte.
Die Minen sind auswechselbar und bleiben immer spitz. Somit sind diese Bleistifte auch für Details gut anwendbar. Für das Zeichnen ist eine Dicke von 0,7 recht gut geeignet. Meist ist noch ein Radiergummi in den Stift integriert, sodass nicht ständig umgegriffen werden muss. Ein weiterer Vorteil ist die rutschfeste Gummigriffzone, wodurch der Stift sehr gut in der Hand liegt.
Ein wohl großer Nachteil der Druckminenbleistifte ist der Preis. Bei einem guten Stift muss man mit ca. 4-5 Euro rechnen. Dafür halten sich die Minen relativ lange.

Sowohl bei den Bleistiften als auch bei Buntstiften ist vor allem die Marke "Faber-Castell" zu empfehlen.
Die Preise sind zwar meist ein wenig höher, als bei anderen Marken, aber dafür stimmt die Qualität. Faber-Castell bietet eine große Auswahl rund um den Bastel- und Schreibbedarf an und es gibt kaum ein Produkt, welches nicht empfehlenswert wäre.

Der Radiergummi und der Spitzer

Radiergummi und Spitzer sollten allgemein klar sein.
Der Radiergummi wird benötigt, um Linien wieder weg radieren zu können. Wichtig ist, dass der Radiergummi nicht schmiert. Es gibt also auch hier große Unterschiede.
Je nachdem, ob du einen "normalen" Bleistift benutzt, oder einen Druckminenbleistift, kann ein Spitzer sehr wichtig sein. Vor allem für feine Linien und die Details wird eine gut angespitze Bleistiftspitze benötigt.

Das Zeichenpapier

Es gibt inzwischen so viele verschiedene Arten von Zeichenpapieren, dass es einem schwer fällt, den Überblick zu behalten. Die meisten sind für den durchschnittlichen Hobbykünstler aber uninteressant. Häufig werden für die unterschiedlichen Colorationstechniken spezielle Zeichenpapiere angefertigt.
Für Anfänger und Hobbyzeichner reicht eigentlich ganz normales weißes Papier (Druckerpapier, Blockpapier, Zeichenblockpapier, etc.) völlig aus. Vor allem, da die speziellen Zeichenpapiere im Vergleich wieder recht teuer sind.

Der Fineliner für die Outlines

Wenn das Bild keine Bleistift-Zeichnung werden soll, ist es sinnvoll, die Outlines mit einem schwarzen Fineliner nachzuziehen. Das gibt klare Konturen, die nicht mehr verwischt werden können.
Hierfür ist ein Fineliner von "Stabilo" sehr gut geeignet (empfohlene Stärke: 0,4). Mit der dünnen Spitze können auch die Details (z.B. Augen) ohne Probleme ausgearbeitet werden.
Die Outlines müssen natürlich nicht zwingend mit einem Fineliner gemacht werden. Genauso kann man auch mit den jeweiligen Farben die Outlines zeichnen. Aber gerade für Anfänger sind die schwarzen Outlines besser geeignet.

2. Die Anatomie

Menschliche Anatomie
Menschliche Anatomie

Jedes Wesen, sei es nun Mensch oder Tier besitzt eine bestimmte Anatomie. Damit sind die Proportionen der einzelnen Körperteile zueinander gemeint. Ein großer Kopf auf einem zu kleinen/zu schmalen Hals oder Körper wirkt unförmig und wuchtig. Damit die Proportionen stimmen, gibt es ein paar anatomische Regeln, die das Zeichnen erleichtern können:

Der Kopf sollte immer zuerst gezeichnet werden, denn seine Größe ist die Vorlage für den restlichen Körper (sogenanntes Kopfmaß).
Der Körper wird in acht Teile aufgeteilt. Jeder dieser Teile ist so groß bzw. hoch, wie der Kopf. Teilt man den gesamten Körper in zwei Hälften, liegt die Mitte auf dem Schritt. Von der Mittellinie aus, sind die Schultern links und rechts jeweils eineinhalb Köpfe breit. Beachte aber: Männer haben breitere, kräftigere Schultern als Frauen. Die Arme reichen von den Schultern bis zum Schritt. Der Ellenbogen liegt auf Höhe der Taille. Die Hand ist knapp einen halben Kopf groß und schließt direkt an den Arm an. Die Beine, aufgeteilt in Ober- und Unterschenkel sind zusammen dreieinhalb Köpfe lang. Die Füße schließen nach unten mit einem halben Kopf ab.

3. Der Aufbau des Gesichts

Hilfslinien
Hilfslinien

Das Gesicht kann in drei Teile aufgeteilt werden. Ganz oben sitzt die Stirn, die dann in das Haar übergeht. In der Mitte finden sich die Augenbrauen, die Augen und die Nase. Der untere Teil reicht von der Nasenspitze bis zum Kinn.
Der Abstand zwischen den Augen ist nochmal in etwas so groß, wie ein Auge. Mache von den Pupillen je einen senkrechten Strich nach unten, dann erhälst du die breite des Mundes. Die Ohren reichen von den Augenbrauen bis zu der Nasenspitze.

Mit ein paar Hilfslinien lässt sich der Gesichtsaufbau viel leichter zeichnen:
Der Kopf wird als einfaches Oval dargestellt. Das Gesicht wird dann mit einem Quer- und Längsstrich jeweils in der Mitte des Kopfes geteilt. Beachte, dass diese Hilfslinien bei Neigung des Kofes angepasst werden müssen.

3. Die Skizze

Skizze

Eine Skizze ist ein Bild, bei dem noch keine Details ausgearbeitet wurden. In der Skizze werden die für später wichtigsten Linien eingezeichnet, also z.B. der grobe Umriss eines menschlichen Körpers. Skizzen sind vorteilhaft, um mögliche Fehler in der Anatomie oder den Proportionen rechtzeitig zu erkennen und auszubessern.

In einer Skizze werden meistens die Umrisse des Körpers mit geometrischen Formen dargestellt. Der Kopf, wie oben bereits erklärt wurde, wird als eher rundes Oval gezeichnet. Die Arme und Beine, wobei Ober- und Unterarm bzw. Ober- und Unterschenkel immer voneinander getrennt gemalt werden, können als längliche Ovale gezeichnet werden. Die Hände und Füße kann man sich als Rechteck vorstellen (es können aber auch hier wieder Ovale verwendet werden). Die Gelenke werden mit Kreisen angedeutet. Diese sollen die Stellen symbolisieren, an denen die Körperteile abgeknickt werden können.

4. Die Vorzeichnung und die Outlines

Vorzeichnung
Outlines

Die Vorzeichnung ist dafür gedacht, Details einzuzeichnen und dem ganzen "Leben eizuhauchen". Hier werden nun Körperformen, Gesicht, Haare, Kleidung, etc. hinzugefügt. Das heißt, die Outlines werden zum Großteil angelegt und auch die inneren Lines werden verfeinert und detailiierter dargestellt. Häufig werden die Outlines der Vorzeichnung, sobald sie einem gefallen, auf ein weißes Papier abgepaust, damit die Bleistiftstriche der Skizze nicht komplett ausradiert werden müssen. Aber natürlich bleibt es dir selbst überlassen, ob du lieber radieren oder abpausen möchtest.

Sobald du mit deiner Vorzeichnung zufrieden bis, kannst du die Outlines mit einem entsprechenden Stift nachziehen. Wie oben bereits erwähnt, ist ein schwarzer Fineliner dafür meist recht gut geeignet. Auch wenn du dein Bild abpausen möchtest ist es vorteilhaft, die Outlines vorher mit einem dunklen Stift nachzuziehen, damit du später durch das weiße Blatt genug erkennen kannst.

Wie du vermutlich weißt, hat Bleistift den Nachteil, sehr leicht zu verwischen. Um genau dieses Verschmieren zu verhindern gibt es einen ganz einfachen Trick:
Nimm dir ein sauberes Blatt Papier und lege es über die bereits vorhanden Linien und Striche. So kannst du ohne Bedenken weitermachen und nichts verwischt.

5. Wie zeichne ich mein Lieblingspokemon?

Geometrische Formen
Skizze
Vorzeichnung
Outlines

Grundsätzlich gilt hier das Gleiche wie oben. Viele Pokémon sind Tieren nachempfunden. Es ist also von Vorteil, wenn du dir die entsprechende Anatomie des Vorbilds anschaust. Ponita ist beispielsweise recht eindeutig einem Pferd zuzuordnen. Indem du dir also den Körperbau und Proportionen eines Pferdes genauer anschaust, kannst du dir das Zeichnen etwas erleichtern.

Der nächste Schritt besteht auch wieder darin, geometrische Figuren zu finden und einzusetzen. Bei dem Beispiel "Seedraking" können Kopf, Bauch und Schwanzflosse zunächst durch einen einfachen Kreis dargestellt und miteinander verbunden werden.

Bei der Skizze werden nun die Schnauze durch ein Rechteck und die Hörner und Rückenflossen durch schmale "Schläuche" dargestellt.

Nun kommen die Details bei der Vorzeichnung zum Vorschein. Die Schnauze bekommt diese für Seedraking typischen Wellen, Auge und Bauchmuster werden ausgearbeitet. Kleinigkeiten an den Flossen können noch detailiierter eingezeichnet werden.

Zum Schluss werden die Outlines mit schwarzem Fineleiner nachgezeichnet und der Bleistift ausradiert, oder die Lines auf ein weißes Blatt abgepaust. Und schon hast du dein eigenes Pokémon gezeichnet. Nun fehlen eigentlich nur noch die Farben.

Wie du deine fertigen Outlines colorieren kannst, erfährst du unter anderem in dem Artikel Buntstift Coloration. Bei Fragen oder Problemen kannst du auch die Community im Fanart-Bereich um Hilfe bitten. Ansonsten heißt es: "Üben, üben, üben!"

An diesem Inhalt hat Sherly mitgearbeitet.


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