Selfen und Scratchen

In diesem Tutorial wird dir in Kürze alles Wichtige erklärt, was du über das Scratchen wissen musst.

Definition

Das Wort Scratch kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Kratzer oder Gekritzel, und da man beim Scratching ja meist mit gekritzelten Linien beginnt, hat diese Art von Sprites Scratch genannt.
Außerdem gibt es im Englischen den Ausdruck from scratch, der auch für die Namensgebung verantwortlich ist, da er übersetzt "von Grund auf" bedeutet und ein Scratch von Grund auf gepixelt ist.
Ein anderer Begriff für das Scratchen ist Selfen. Dieser Begriff stammt ebenfalls aus dem Englischen und weist darauf hin, dass der Sprite etwas vollkommen eigenes ist. Da Scratchen häufig als Begriff für das Pixeln eines vorhandenen Pokémon in einer anderen Pose verwendet wird, gilt Selfen als der allgemeinerer Ausdruck. In dieser Anleitung werden wir jedoch den Begriff Scratch nutzen, da er sich international weiter durchgesetzt hat.

Unterteilung

So wie das Scratchen eine Kategorie des Spritens ist, so gibt es auch im Scratching selbst noch einmal mehrere Unterkategorien:

  1. Fakemon-Scratches:
    Hierbei werden vollkommen frei erfundene Pokemon, oder auch selbst ausgedachte Entwicklungen, von bereits vorhandenen Pokemon, erstellt. Erfahrungsgemäß ist das die schwierigste Art, da sie eine ausführlichere Vorbereitung braucht.

    Scratches by Slash

  2. Re- oder Newposes:
    Eine Newpose bezeichnet das Pixeln eines bereits vorhandenen Pokémon in einer neuen Pose. Hierbei hilft gerade zu Anfang vor allem die Orientierung an Artworks oder eigenen Skizzen.

    Scratches by violedra

  3. Descratches:
    Descratches sind eine nur wenig populäre Kategorie des Scratchens. Hierbei wird ein vorhandenes Pokémon in eine neue Pose versetzt, der Stil zusätzlich jedoch dem der ersten beiden Generationen angepasst. Authentische Descratches zeichnen sich vor allem durch das typisch extreme Dithering (Chessboard-Shading) und die begrenzte Farbpalette aus.

    Scratches by violedra

  4. Verkleidungen/Teilscratches:
    In dieser Kategorie wird ein bereits vorhandener Sprite um eigens erstellte Teile ergänzt oder verändert. Da der Aufwand hierbei geringer ist und man sich gut am vorhandenen Körperbau orientieren kann, ist diese Kategorie besonders für Einsteiger geeignet.

    Scratches by Rumo

Vorbereitung

Bevor du loslegen kannst, musst du dir zunächst im Klaren sein, was genau du erstellen möchtest. Das betrifft vor allem Kategorie, Pokémon und Größe. Danach können Skizzen gezeichnet werden. Falls du nicht gerne zeichnest, oder du eine besonders tolle Pose suchst, kannst du zu Anfang auch an Artworks üben. Hierbei sollte jedoch stets der Ersteller um Erlaubnis gebeten werden, bevor du dein Werk nachher hochlädst!

Durchführung

Diese Anleitung wird Schritt für Schritt alle relevanten Punkte durchgehen. Umgesetzt siehst du sie am rechten Rand.

  1. Der erste Schritt ist eine grobe Skizze deines Sprites in Paint. Dabei werden die einzelnen Körperteile des Pokémon in ihre Bestandteile zerlegt, sodass das Lineart hauptsächlich Kreisen oder Ellipsen, sowie anderen einfachen Formen besteht. Dies muss nicht sonderlich gründlich sein, jedoch sollte das erste Lineart bereits sauber aus einfachen Linien bestehen. Falls du lieber zunächst einmal etwas herumkritzelst, bringe diese Kritzelei letztlich also auf dein erstes Lineart hinaus.

  2. Nun geht es daran, die einzelnen Teile sinnvoll zu verbinden. Hauptsächlich beschränkt sich dies bereits darauf, einige Linien auszuradieren.

  3. Da die Lines nun noch immer recht statisch wirken werden, ist es jetzt an der Zeit die Formen detaillierter anzupassen. Rundungen werden eingefügt, hässliche Ecken entfernt und die einzelnen Körperteile erhalten mehr Form. Mit ein bisschen Übung wird dir dieser Schritt immer schneller gelingen.

  4. Nachdem du die Outlines fertiggestellt hast, geht es nun an die Inlines, also in erster Linie Gesicht und einige Körperdetails. Gerade für die Augen empfiehlt es sich, anfangs eine Vorlage zu nutzen oder andere Sprites zu studieren.

  5. Jetzt geht es schon an die Coloration. Hier ist der Ablauf relativ individuell, da einige lieber mit den Schatten, andere mit den Highlights beginnen. In diesem Fall haben wir einen mittleren Farbton für alle Farbbereiche ausgewählt und sie damit gefüllt.

  6. Je nach Anfang folgen nun die weiteren Schattenabstufungen jedes Farbbereichs, in unserem Falle je ein bis zwei dunklere.

  7. Falls noch nicht getan, können nun Highlights hinzugefügt werden. Auch Bereiche wie Augen und Mund sind meist jetzt an der Reihe.

  8. Im letzten Schritt müssen nur noch die Outlines farblich angepasst werden, indem die Füllfarbe manuell je nach Geschmack dunkler geschraubt wird. Fertig ist dein Sprite!

Tipps und Tricks

  • Bevor du mit dem Scratchen beginnst, solltest du zumindest Grundkenntnisse in den anderen relevanten Spritingkategorien aufweisen.

  • Zeichne Skizzen!
    Einer der häufigsten Fehler ist es, direkt zu versuchen, ein Pokémon freihand in Paint zu zeichnen. Das ist mit viel Übung zwar möglich, aber wesentlich schwieriger und damit auch zeitaufwändiger als eine kleine Vorskizze.

  • Verwende unterschiedliche Farben für unterschiedliche Abschnitte in den Lines. Gerade wenn sich Körperteile überschneiden, behälst du so leichter den Durchblick

  • Nimm dir nicht zu viel vor, ein kleiner, gut gemachter Sprite kann bereits viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

An diesem Inhalt haben -Plaudagei- und violedra mitgearbeitet.


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